Bisherige Therapiemöglichkeiten beim Tortikollis spasmodicus

Es liegt lediglich eine kontrollierte Untersuchung mit wenigen Patienten vor, die zeigen konnte, daß das Anticholinergicum Trihexyphenidyl (Artane) zumindest bei 40% der untersuchten Patienten ein gewisse Besserung bewirken konnte. Weiters wurden Medikamente wie Tetrabenazin (Delpral), Haloperidol (Haldol), Amantadin (PK-Merz), L-Dopa (Madopar), Bromocriptin (Bromed) und einige andere versucht, in den meisten Fällen jedoch ohne entscheidenden Erfolg.

Bereits im 17. Jahrhundert wurden erstmals chirurgische Verfahren durchgeführt um die Kopffehlstellung bei einem Tortikollis zu korrigieren. Anfänglich wurden dystone Muskeln durchtrennt, später ging man dazu über, die versorgenden Nervenwurzeln dystoner Muskeln zu durchtrennen. Allerdings gingen diese Operationen immer wieder mit Komplikationen und bleibenden, neurologischen Schäden einher. Heute sollten operative Verfahren nur in therapierefraktären*, also in sehr schweren Fällen überlegt werden. Derzeit werden im Rahmen einer „selektiven peripheren Denervation“ die Nerven, die für die Muskelanspannung verantwortlich sind, durch Stimulation identifiziert und dann erst durchtrennt. Dieses Verfahren führt in vielen Fällen zu einer Besserung der Beschwerden, durch Re-inervation dystoner Muskel ist allerdings ein Rezidiv möglich.

Die neueste chirurgische Behandlung der Dystonien ist die tiefe Hirnstimulation!

An nicht medikamentösen Verfahren wurde visuelles und akustisches Biofeedback untersucht. Die Ergebnisse sind zum Teil widersprüchlich, bei einigen Patienten mit leichten Beschwerden dürfte es doch zu einer gewissen kurzfristigen Besserung kommen.

Da der Tortikollis über viele Jahre als eine primär psychische Erkrankung galt, wurden immer wieder psychotherapeutische Verfahren eingesetzt. In nicht kontrollierten Studien wurde die Wirksamkeit von Verhaltenstherapie und analytischer Psychotherapie bei einigen wenigen Patienten untersucht. Bei einem Teil der Behandelten wurde über einen Erfolg berichtet, obwohl nach Abschluss der Therapie keine weiteren klinischen Kontrollen mehr durchgeführt wurden.